Sie fühlen wenig, diese Pferdemenschen. Allein die Lust nimmt ihren mickrigen Geist ein und sie nehmen ihre Frauen, während sie sich an ihren Haarschöpfen festklammern. Aber er hat sich nicht nur daran festgeklammert. Den Kopf hat er ihr zurück gerissen, bis sie schrie. Dann hat er ihr erst in den Hals gebissen. Der Geschmack von Blut gehört einfach dazu. Es schmeckt so süß! Als sie sich wehren wollte hat er sie geschlagen. Mitten in das schöne Gesicht, bis die Nase knackte. Immer bluten sie so schnell. Dabei macht das Blut mich noch wilder und sie nur schwächer. Als sie auf die Knie gehen wollte, hat er sein Glied in ihr Hinterteil gerammt und sie an ihrem Haarschopf nach oben gerissen. Mit jedem Stoß hat sie lauter geschrien, doch er hat ihr nur noch fester in den Hals gebissen, bis ich ein Stück Fleisch im Mund schmeckte. Es war so warm und zart.

Und dann kamen weitere Pferdemenschen und wollten ihr helfen. Ach ja, diese ganzen naiven Wesen… So leicht zu kontrollieren… So leicht zu täuschen… Diese Pferdemenschen waren wenigstens noch wild und wollten nur die Lust spüren! Nicht so brav und eitel wie die Elfen, nein – wild und dreckig! Aber kein Vergleich zu Wugen und Drachen… Das waren wenigstens Herausforderungen! Und diese ganzen entsetzten Blicke. Aber wo sind sie?! Wo sollen sie sich denn verkrochen haben?! Sie sind nicht da! Nirgends… Das kann doch nicht sein! Sie… können nicht weg sein… Aber… Ausgestorben?! Nein, das ist unmöglich! Selbst mit meinen Brüdern und Schwestern konnten wir sie nicht vernichten.

Nein, sie sperrten uns in Säulen! Daran trägt allein Gallrai-Kaan die Schuld! Er ist schwach… Sie alle sind schwach! In den Säulen. Ich darf gar nicht daran denken! Yareg-Duhn dachte wenigstens nur nach. Nicht wie Sitma-Run. Dauernd haben Gedanken und Ängste um ihre Schätze sie eingenommen. Als ob verlorene Schätze die Probleme der Kinder Malcortias sind! Die Drachen und Wugen sollen dafür bezahlen. Ich werde ihnen die Macht Malcortias zeigen! Ich muss nachdenken. Muss weiter weg von diesen Pferdemenschen. Ihre Gedanken sind stumpf. Ins Gebirge! Wo könnten sie sein? Irgendwo auf dieser Welt müssen sie sein! Wer könnte es wissen… Yareg-Duhn… Er hat immer eine Lösung gehabt. Zumindest wenn man ihm genug Zeit lässt. Und ihn irgendwie dazu bringt, sich zu überwinden, seine Gedanken zu teilen.

Diese Gebirge… Ein Ort, der dem der Säulen gleicht. Viel zu lange konnte ich die Lust nicht spüren. Das Blut nicht schmecken. Schrecklich. Nie wieder! Nie wieder darf es geschehen!…

Bevar-Ahn! Er kennt alles dieser Welt! Er könnte es wissen! Immer suchte er nach neuen Dingen. Nach neuen Wesen. Er muss es wissen! Aber wenn ich sie tatsächlich finde? Einst waren wir die mächtigsten Wesen dieser Welt. Sie haben es damals geschafft uns einzusperren… Aber wir waren schwach. Unsere Kräfte waren erschöpft. Sitma-Run… Wegen ihr haben wir versucht die Barriere zu durchbrechen. Und Gallrai-Kaan musste ja alleine unter den Drachen und Wugen wüten. Sonst hätten wir sie vernichtet!

Irgendetwas ist hier. Kleine Wesen müssen es sein. Geistig nicht sehr begabt. Das würde keinen Spaß machen! Sie halten bestimmt nicht viel aus. Aber… Alle teilen sie das Bett. Wie würden sie nur reagieren, wenn ich … Nein! Ich muss nachdenken! Weg hier! …

Was ist das? Mein Geist… Meine Macht… Ahh! Nein… Ich muss es zulassen! Sie ist es! Die Mutter…

Wir erobern eine Stadt. Die Wugen fliehen. Wir wenden alle Kraft gegen unsichtbare Mauern auf. Ein Bruder wütet bei den Wugen. Gallrai-Kaan… Die Säulen! Ich vergewaltige eine Frau. Chaos auf der Welt! Die drei mächtigsten Völker. Sie … greifen einen meiner Brüder oder Schwestern an!

Stille…

Das… habe ich schon Mal erlebt! Yareg-Duhn meinte, das sind Bilder Malcortias. Ich muss nachdenken. An was kann ich mich erinnern? Da waren Bilder, als jeder meiner Brüder und Schwestern seinen Spaß haben konnte. Bilder eines Mannes mit einer Krone. Er schien wichtig zu sein, für die Menschen. Alle taten, was er verlangte. Und ich habe ihn mir genommen. Ja, ich erinnere mich. Ich vergewaltige eine Frau. Eine Frau, die einem anderen mächtigen Mann zu gehören schien. Es geschah auf dem offenen Platz und alle schauten sie zu. Diese Blicke. Ihre weit aufgerissenen Münder und großen Augen. Diese Hilflosigkeit! Und dann wollten ihn Männer in Rüstung von ihr losreißen. Ich brachte ihn dazu, nicht aufzuhören und sich zu wehren. Bis die Lust den Höhepunkt erreichte!

Ich stieß die Frau mit seinem Körper weg, stürmte auf die Menge los und schlug um mich. Natürlich sind ihre Körper schwach. Sie fesselten ihn und ich zog mich zurück.

In den nächsten Tagen und Wochen bekämpften sich die Menschen untereinander. Nur dank mir herrschte Chaos! Eine Weile…

Genau wie in den Bildern der Mutter! Sie alle gaben sich wieder ihrer Leidenschaft hin und niemand konnte uns hindern. Aber es war nicht diese lang vergangene Zeit, die Malcortia zeigte. Ich habe Drachen gesehen. Doch es waren wenige und sie waren schwach. Keine Gefahr. Ich habe Pferdemenschen gesehen. Und weitere Werke der Götter. Sie muss mir gezeigt haben, wie es endet. Oder wie es enden könnte…

Aber wir waren ihnen schon einmal überlegen. Auch das hat sie gezeigt. Als wir eine ihrer Städte überrannten. Gemeinsam. Mithilfe der Menschen. Sie waren zwar schwach, aber viele! Nach kurzer Zeit rannten die Wugen durch die Stadt und wurden abgeschlachtet. Keine Chance sahen sie. Wir mussten nur ihre geistigen Kräfte bearbeiten und schon waren sie verwirrt. Ein Blutbad! Und Vergewaltigungen! Selbst die Drachen drehten ab. Was für ein Sieg! Davon würden sich diese Völker nie wieder erholen. Dachten wir…

Aber am Ende hatten sie uns eingesperrt! Nur wegen Gallrai-Kaan. Natürlich hat sie auch das gezeigt. Alleine hat er sich auf alle Wugen und Drachen gestürzt, die noch am Leben waren. Nie hätte ich es für möglich gehalten. Aber… Diese Bilder! Es hat den Eindruck gemacht, als hätten sie alle gemeinsam Gallrai-Kaan in Stücke gerissen nach und nach in eine Säule gebannt. Aber er war schwach. Wir alle waren schwach.

Sitma-Run. Auch diese Bilder sind von Malcortia gekommen. Nie war ihr etwas wichtiger, als ihre… Dinge! Wir hätten sie töten können! Wir hätten die Drachen und Wugen ein für allemal von dieser Welt verbannen können. Niemand hätte unser Chaos gehindert. Alles wäre so wie früher gewesen.

Doch auch ich wollte die andere Seite sehen. Bevar-Ahn hatte es auch nicht mehr ertragen. Er war nie zufrieden. Immer wollte er noch mehr. Und Versyn-Ra wollte den anderen natürlich in nichts nachstehen. Wie immer… Die Magie, welche sich uns entgegenstellte, war stark. Aber gemeinsam waren wir stärker.

Was soll das Bild mit dem Drachen, dem Wugen und dem Menschen bedeuten? Sie hatte diese drei Wesen sich auf einen meiner Brüder und Schwestern stürzen lassen. Aber was geschah dann? Wir müssen diese Völker vernichten! Das muss es bedeuten! Und da war diese Frau gewesen. Ich kann mich noch an sie erinnern. In einem kleinen Dorf war es gewesen. Kurz nachdem wir den Säulen entflohen sind. Die Säulen…

Als wir damals bemerkt hatten, dass Gallrai-Kaan nicht zurückgekehrt ist, mussten wir ihn suchen. Und das, als die Barriere fast zerstört war. Sitma-Run… sie hat getobt. Sie war ihren Schätzen so nah gewesen. Vielleicht hätten wir einfach endlich auf die andere Seite gehen sollen. Aber Gallrai-Kaan ist unser Bruder. Und er war verschwunden. Also hatten wir ihn gesucht. Und gefunden. Eingesperrt. Doch es war zu spät. Die Drachen und Wugen fielen über uns her. Wir waren zu schwach. Die Vision hat es gezeigt. Wir haben zu viel Kraft an der Barriere gelassen.

Noch nie habe ich etwas so schreckliches Gefühlt, wie in diesem Moment. Von allen Seiten wurde an mir gezerrt. Ich wurde auseinandergerissen und war zu schwach um mich zu wehren. Stück für Stück sperrten sie uns in diese Säulen.

Am Anfang hatten wir noch versucht den Säulen zu entkommen. Sinnlos. Noch nie habe ich mich so machtlos gefühlt.

Aber als wir dann ausgebrochen sind! Diese Frau… Sie war mein erstes Opfer. Hat gelitten und geschrien, während ihr geliebter Mann über sie hergefallen ist. Ihr die Augen mit den Daumen ausgestochen hat. Sie genommen hat und ihre Hände dabei so fest auf den Boden presste, dass die Handgelenke brachen. Sie in den Hals gebissen hat und dann… Die vielen Menschen. Sie haben die Tür eingetreten. Doch wie sollen mir Menschen meinen Spaß verderben können. Ich habe sie alle kontrolliert. Sie haben sich alle gegenseitig angefallen, niedergeschlagen und brutal vergewaltigt. Diese vielen unterschiedlichen Gefühle auf einmal! Das war noch viel besser!

Nach dem Rausch lagen sie alle am Boden. Bewegten sich nicht mehr. Badeten in ihrem eigenen Blut. Oder auch in dem eines Anderen. Aber Malcortia hat mir nur sie gezeigt… Sie hat noch gelebt. Könnte es sein… Nein, das ist unmöglich. Könnte sie… Könnte sie mich überlebt haben? Als die Tür eingetreten wurde, hab ich mich aus ihr zurückgezogen. Sie war schon verbraucht und schwach. Aber sie hat noch gelebt! Warum zeigt unsere Mutter mir das? Ich muss dorthin zurück. Muss sehen, was mit ihr geschehen ist!

Aber… Die Drachen und Wugen… Wir dürfen nie wieder eingesperrt werden! Ich brauche sie. Ich brauche meine Brüder und Schwestern. Gemeinsam waren wir stets stark. Aber ich muss sie führen. Sie sind zu schwach. Lassen sich zu leicht von ihren Schwächen ablenken. Sitma-Run würde das nicht akzeptieren… Aruma-Ka würde es nicht akzeptieren… Wahrscheinlich würde mich niemand verstehen. Außer… Bevar-Ahn vielleicht. Und Yareg-Duhn… Aber er ist noch schwächer als all die Anderen! Bevar-Ahn hat stets zu mir gehalten. Und seine Macht ist größer als die meiner Brüder und Schwestern. Selbst wenn Bevar-Ahn einen meiner Pläne nicht gutheißen würde… Ich müsste nur… Versprechungen! Es gibt immer etwas, dass er unbedingt haben will.

Aber Bevar-Ahn reicht nicht. Sitma-Run… Sie fürchtet zwar immer um ihre Schätze, aber … Auch sie würde viel für Belohnungen machen ohne an meinen Plänen zu zweifeln. Aber ich muss sie an mich binden… Von mir abhängig machen… Einfache Belohnungen werden bei ihr nicht reichen. Der Kristall! Wenn die Welt wieder Malcortia und ihren Kindern gehört, wird es keine Drachen mehr geben. Ich könnte ihr den Kristall versprechen! Außerdem wird sie den Gedanken des Chaos auf der Welt lieben. Malcortia hat es mir gezeigt. Es kann wieder alles so werden, wie es vor langer Zeit war.

Doch ich muss sie alle auf meine Seite bringen, wenn wir den Willen der Mutter erreichen wollen. Immer sieht Aruma-Ka nur die Gegenwart. Ich müsste… Ich müsste sie bewundern. Nein, das geht nicht! Immer verschwindet sie sofort, wenn ihr etwas nicht passt. Und sie würde niemals einsehen, dass ihre Ansichten uns alle auf lange Sicht nur wieder in Säulen oder Schlimmeres sperren. Irgendwie muss ich es schaffen, dass sie denkt, ich würde sie immer für die wichtigste Schwester halten. Nie darf ich ihr direkt wiedersprechen…

Ähnlich könnte ich bei Versyn-Ra vorgehen. Obwohl ich bei ihm noch vorsichtiger sein muss! Ich muss ihm erzählen und zeigen, dass es meinen anderen Brüdern und Schwestern schlecht geht. Das Sitma-Run einer ihrer Schätze gestohlen wurde… Nie dürfte ich Sitma-Run auf Versyn-Ra treffen lassen. Aber Versyn-Ra könnte großes vollbringen. Ich sollte ihm einreden Krankheiten und Epedemien über ganze Kulturen zu bringen. Das Chaos würde ihn freuen. Ihm Genugtuung bieten. Vielleicht kann ich Bevar-Ahn sogar einweihen. Ihm sagen, dass er Versyn-Ra zeigen soll, wie er Schätze verloren hat.

Zuerst muss ich in das Dorf zurück. Ich habe verstanden, dass dir das wichtig ist Malcortia. Ich werde diese Frau finden… Und dann? Ich weiß es nicht. Ersteinmal muss ich sie finden. Aber davor… Davor werde ich wieder diese versauten, kleinen Wesen finden und sie Dinge tun lassen, die sie sich nicht einmal vorstellen können!

Autor: Olli